Folgen der Bauproduktenverordnung

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Foto: (c) Feuertrutz Verlag

Die neue Bauproduktenverordnung ist am 1.7.2013 in Kraft getreten. Aus Sicht der Hersteller von Bauprodukten stehen Fragen zur zukünftigen CE-Kennzeichnung und Leistungserklärung sowie Überprüfung der Leistungsbeständigkeit im Vordergrund. Die Verwender erwarten nachvollziehbare Leistungsangaben und zuverlässige Bauprodukte.

 

Weitere Informationen zur Europäischen Harmonisierung und die Textfassungen der BauPVO, der harmonisierten Europäischen Normen (hEN) und weiterer Dokumente finden Sie auf brandschutz24.de.

Aktuelle Beiträge und Diskussionen zum Thema extrapolierte abP und weiteren Themen rund um die BauPVO finden Sie in der Rubrik „Zulassungen und Nachweise“ auf brandschutzdialog.de.

 

Weitere Beiträge zum Thema BauPVO:

„Bauproduktenverordnung – Was nun?“ – Artikel aus dem FeuerTRUTZ Magazin Ausgabe 2.2013 (PDF Download)

“DIvB Praxisseminar Bauproduktenverordnung – Artikel aus dem FeuerTRUTZ Magazin 3.2013 (PDF Download)

“Bauproduktenverordnung – Großer Informationsbedarf bei Herstellern, Planern und Errichtern – Artikel aus dem FeuerTRUTZ Magazin Ausgabe 4.2013 (PDF Download)

„Das Behinderungsverbot der BauPVO“ – Artikel aus dem FeuerTRUTZ Magazin Ausgabe 6.2013 (PDF Download)

“Leistungserklärung für Bauprodukte” – Artikel aus dem FeuerTRUTZ Magazin Ausgabe 1.2014 (PDF Download)

 

Am 18. Juni 2013 und am 15. Oktober 2013 veranstaltete das DIvB ein Praxisseminar zum Thema „Bauproduktenverordnung – Folgen für Hersteller, Planer und Errichter“ mit Experten aus der Branche für  interessierte Hersteller und Verwender, um diese Fragen zu klären und die Branche auf die Veränderungen, die aus der Bauproduktenverordnung entstehen, vorzubereiten. Impressionen von der Veranstaltung und den Nachbericht finden Sie » hier.

 

Weiterführende Seminare zu diesem Thema sind auch für 2014 geplant. Interessenten können sich in hierfür in einen Informationsverteiler eintragen. Senden Sie uns einfach eine kurze Mail an  info@divb.org

 

Informationen zur Klageerhebung der Europäischen Kommission finden Sie » hier.

 

Ansprechpartner:

 

Dr. Roman Rupp

Kontakt:  info@divb.org

One comment

  • Ich denke, nicht die Produkte allein entscheiden über die Qualität eines Bauwerkes, sondern überdies die Regelwerke, Brandschutzbestimmungen, die Vorgaben der Landesbauordnungen, die in der Musterbauordnung (MBO) als Orientierungsrahmen vereinheitlicht sind. Alles mehr oder weniger gesetzliche Vorgaben, die vor dem Einsatz eines Produktes beachtet werden sollten, und darüber entscheiden, ob das vorgesehene Produkt für das jeweilige Einsatzgebiet geeignet, zugelassen und ob es somit eingesetzt werden darf. Und das unabhängig davon, ob das jeweilige Produkt mit einem Ü ausgestattet ist oder nicht. Nicht zuletzt, und das ist für mich der wesentliche Punkt, bestimmen die ausführenden Handwerksbetriebe mit ihrer verantwortungsvollen Herangehensweise über die Qualität eines Bauwerks.

    Das Ü hat die Sache vielleicht ein bisschen leichter gemacht, dennoch hat es nicht darüber entschieden, ob die Beschaffenheit einer beispielsweise mit dem Ü gekennzeichneten Dämmung für das vorgesehene Einsatzgebiet geeignet ist. Dazu musste man schon seit jeher eruieren, welche Druckbelastbarkeit oder Brandschutzklasse der vorgesehene Einsatzbereich erfordert. Es ist also nicht neu, dass man sich bei der Planung oder vor der Ausführung einer Leistung im Vorweg mit dem vorgesehenen Produkt beschäftigen musste. Nichts anderes wird die EU-Bauproduktenverordnung zur Folge haben, vielleicht nur in einer bisschen intensiveren Art und Weise. Wie dick beispielsweise eine Polymerbitumen-Schweißbahn bei einer Flachdachabdichtung mindestens sein muss, bestimmt weder das „CE“, noch das „Ü“, sondern ausschließlich die Flachdachrichtlinie oder natürlich vertragliche Vereinbarungen zwischen Auftragnehmer und Auftraggeber. So muss man keine Angst davor haben, dass eine in Südfrankreich verarbeitete 3 mm dicke Polymerbitumen-Schweißbahn auch auf der Insel Sylt eingesetzt wird, da die Flachdachrichtlinie eine Mindestdicke von 4 mm oder entsprechend der Einlage 5 mm fordert. Dies bezüglich hat sowieso noch nie ein Blick in die Fachregeln geschadet. Die EU-Bauproduktenverordnung grätscht ja in keiner Weise in die einschlägigen Fachregelwerke. Das darf man nicht durcheinander bringen. Vor allen Dingen hat das Ü grundsätzlich noch nie jemanden von dem Gebot entbunden, beim Bauen seinen Verstand einzuschalten.

    Ich sehe auch Chancen in der Neuausrichtung der Baubestimmungen. Der Wegfall der nationalen Zusatzanforderungen hat dazu geführt, dass man sich eingehend mit den Baubestimmungen beschäftigen musste. Die Musterbauordnung wurde novelliert und hat den Weg für eine neue Verwaltungsvorschrift Technische Baubestimmungen (VV TB) freigemacht – eine Chance, die bisherigen Baubestimmungen eingehend zu beleuchten und anzugleichen. Damit werden einige CE gekennzeichnete Produkte unter Umständen in die Schranken gewiesen; zumindest werden die Grenzen ihrer Einsatzbereiche transparent gemacht. Was auf der einen Seite wegfällt, wird somit auf der anderen Seite wieder wett gemacht. Es entsteht eine Gleichberechtigung für alle Produkte in Europa, die sich allerdings beweisen und nationalen Baubestimmungen stellen müssen. Das sollte auch für alle sicherheitsrelevanten Bereiche ausreichen.

    Im Übrigen konnte sich jeder Verband oder Hersteller an der Gestaltung der Verwaltungsvorschrift Technische Baubestimmungen (VV TB) beteiligen, indem er zum Entwurf der Verwaltungsvorschrift Stellung beziehen konnte und mit Änderungs- oder Ergänzungsvorschlägen bei der Fachkommission Bautechnik der Bauministerkonferenz aufwarten konnte. Viele Verbände und Hersteller haben diese Chance genutzt und ihre Stellungnahmen, insbesondere für den Bereich Brandschutzbestimmungen, die bei der Erfüllung der Grundanforderungen an Bauwerke zu beachten sind, eingereicht. Ob der Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks dort vorstellig wurde, weiß ich nicht. Auf der Liste der Stellungnahmen, die auf der Internetseite der Bauministerkonferenz aufgeführt ist, habe ich den ZVDH zumindest nicht gefunden.

    Wenn man pflichtbewusst mit der EU-Bauproduktenverordnung umgeht, wird sie ein gutes Instrument sein, um weiterhin in Deutschland risikofrei bauen zu können. Und das mit Einbezug aller sicherheitsrelevanter Aspekte. Die nationale Zusatzanforderung bei einem Produkt hat noch nie allein die Qualität eines Bauwerks ausgemacht. Im Gegenteil, vielleicht hat man sich zu sehr auf diesen „Rettungsanker“ verlassen, so dass es von anderen, viel wichtigeren Aspekten abgelenkt hat, mit denen man sich nach Wegfall des Ü nun umso mehr beschäftigen muss. Übrigens war beispielsweise der seinerzeit eingestürzte Teilbereich des Daches der Kongresshalle in Berlin (Schwangere Auster), auf einen Ausführungsmangel im Anschlussbereich der Flachdachabdichtung zurückzuführen, und nicht auf ein „minderwertiges Produkt“!

    Beste Grüße

    Claus Wöbken
    Dachdeckermeister

    Wöbken Dachtechnik, Sachverständigen- und Planungsbüro, Köln

    PS: Die ganze Diskussion kann auf folgender Internetseite gelesen werden: http://www.ddh.de/forum/showthread.php?2278-DDH-Ausg-21-16-Seite-48-EU-BAUPRODUKTENVERORDNUNG-%96-Wirklich-nach-unten-reguliert

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